Die Orgel aus dem Jahr 1743

Spätbarockes Glanzstück im Chorraum
 
Im Jahr 1743 von Johann Christoph Herzer aus Schwäbisch Gmünd erbaut, erstrahlt die Orgel nach einer grundlegenden Restaurierung im Jahr 1999 in neuem Glanz. 
 

Frisch geschmückter Altar zur Einweihung

 

 

Geschichte der Orgel

 

1743: Johann Christoph Herzer aus Schwäbisch Gmünd erstellt das Instrument. Es wird im Chor der Kirche auf einer Empore eingebaut. Dazu war notwendig, daß das spätgotische Kreuzgewölbe an der Decke entfernt wurde, um Platz nach oben zu schaffen. Zudem wurde der Chorbogen zur Kirche hin aus optischen und akustischen Gründen erhöht.
Die ohnehin schon vorhandenen statischen Probleme des Turmes wurden durch diese Maßnahmen so verschlimmert, daß bereits 1748 mit umfangreichen Stütz- und Sicherungsarbeiten begonnen werden mußte.
Bis heute sichtbare Zeichen dafür sind die großen, sternförmigen Scheiben an den Wänden des Turmes, die durch stabile Eisenstangen (Schlaudern) miteinander verbunden sind, die quer durch den Kirchturm laufen, und so die Wände des Turmes vor dem Einsturz bewahren.
Hinter der Orgel verborgen – und heute mit Stahlbeton ummantelt – sind zwei riesige, behauene Tannenstämme, die den großen Spitzbogen an der Ostseite des Turmes stützen.

 

1892: Anläßlich einer Reparatur wird die Orgel als bereits 150 Jahre alt bezeichnet. Dies stützt die in anderen Beschreibungen gefundene Angabe des Baujahres 1743.

 

1910: Die Orgel wird von ihrer Empore herunter auf den Boden des Chorraumes gesetzt, der gegenüber dem heutigen Zustand etwas erhöht war. Zu beiden Seiten wurden damals Emporen angebaut, und die Decke im Chor wurde wieder abgesenkt.

 

1951: In den bestehenden barocken Orgelprospekt wird von der Firma Weigle in Echterdingen eine neue mechanische Schleifladenorgel eingebaut. Dem Gebot der Zeit gehorchend wurde dieses Instrument aus Kostengründen ziemlich schwach dimensioniert, und für die großen Prospektpfeifen wurde nur Blech verwendet.

 

1964: Der Orgelprospekt wird restauriert. Das schlichte Grau, abgesetzt mit Goldstreifen, prägt das Erscheinungsbild von Orgel und Kirche bis 1999.

 

1967: Der Wunsch nach neuen Prospektpfeifen aus Zinn wird lauter und mit dem Landesdenkmalamt abgesprochen. Der damalige Bescheid besagt allerdings, daß aufgrund einer - "momentanen und hoffentlich vorübergehenden - Knappheit der Fördermittel", ein solches Projekt von Seiten des Denkmalamtes finanziell nicht unterstützt werden könne. Nach heutigem Wissensstand hat sich an dieser Situation nichts Wesentliches verändert.

 

1997: Nachdem über viele Jahre hinweg eifrig für die Orgel geopfert und gespendet worden war, konnte nun der Auftrag zur Durchführung erteilt werden. In enger Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Könner und Frau Dr. Breuer vom Landesdenkmalamt, beraten vom Orgelsachverständigen, Volker Lutz, führten die Restauratorin Annette Bischoff-Wehmeier aus Schwäbisch Hall und der Orgelbaumeister Reinhart Tzschöckel aus Althütte-Fautspach mit seinen Mitarbeitern die erforderlichen Maßnahmen durch.

 

Pünktlich zur Konfirmation 1999 konnte das restaurierte Instrument wieder in Betrieb genommen werden.
 
 
 

 
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